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Posts Tagged ‘Radfahren im Alltag’

Wo ich gerade etwas kränkelnd zu Hause sitze, dachte ich mir, ich könnte ja mal ein paar Bilder meines – beinahe – neuen Rades einstellen. „Beinahe“ aus zweierlei Gründen. Erstens habe ich es bereits im Frühling aufgebaut und zweitens habe ich sehr viele Teile vom alten übernommen. Basis ist ein Surly Long Haul Trucker-Rahmen in „Truckaccino“, einem etwas gewöhnungsbedürftigen Sandbraun:

Wer errät, was da hinten dran hängt, bekommt einen Extrapunkt. Ganz bestimmt.

Viele Teile sind ganz normal, aber einige Sachen sind erwähnenswert. Der Lenker ist mit einem Hirschlederband von Velo Orange aus den USA umnäht:

Bei denen hatte ich eigentlich vor allem die Diacompe Silvershifter bestellen wollen, habe aber das Band gleich noch mitgenommen, weil es wesentlich preiswerter als Leder-Lenkerband anderer Hersteller ist und irgendwie eine ganz eigene Optik hat. Das Nähen war eine Heidenarbeit. Das Band sieht aber schick aus, greift sich gut und ist hoffentlich haltbar.

Hier ist einer der Schalthebel zu sehen:

Die Silver Shifter waren außer in den USA nirgends erhältlich, schalten aber einfach wunderbar und sehen gut aus. Allerdings haben sie kein Raster, was mich nicht stört, für den einen aoder anderen aber gewöhnungsbedurftig sein könnte. Ebenfalls erkennbar, wenngleich leider nicht ganz im Fokus sind die schon leiicht antiken HS66-Bremshebel. Das sind hydraulische Rennbremshebel, zu denen es leider augenblicklich keine wirkliche Alternative gibt.

Und jetzt noch mal der komplette Lenker:Ebenfalls nicht fehlen darf bei einem zünftigen Reiserad natürlich der Brooks-Sattel. Bei mir handelt es sich um einen Swift, der inzwischen schon mehr als zehn Jahre auf dem Buckel hat:

Ich denke, das reicht erst mal. Ach so, das Rad verwende ich natürlich nicht nur für Radtouren, sondern auch im Alltag.

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Heute mal kein eigener Content, sondern Youtube-Videos.
Mikael von Copenhagenize.com hat in diesem Post eindrucksvoll gezeigt, was in Sachen Radverkehr möglich ist. Kopenhagen ist uns da meilenweit voraus. Hier ist sein Video aus dem Beitrag, welches er als Werbevideo für das Kopenhagener Fahrrad-Büro hergestellt hat:

Genauso toll sind David Hembrows Beispiele aus den Niederlanden. Hier die entsprechenden Blogposts und hier die dazugehörigen Videos direkt verlinkt:

und besonders beeindruckend wie ich finde, dieses hier, welches die Fahrradabstellplätze rund um den Utrechter Bahnhof zeigt:

Er weist ausdrücklich darauf hin, dass Utrecht jedoch nicht zu den Städten mit dem höchsten Radverkehrsanteil in den Niederlanden gehört.

In Dresden haben wir einen eher moderaten Anteil der Radfahrer am Gesamtverkehrsaufkommen, der jedoch seit vielen Jahren leicht im Steigen begriffen ist. Wir sind sozusagen auf einem guten Weg. Eine Stadt wie Dresden sollte daher in meinen Augen kein geringeres Ziel haben als die oben gezeigte Situation: Fahrräder wohin das Auge blickt! Weniger Autoverkehr, weniger Lärm, weniger Dreck, weniger Stress. Dafür mehr Lebensqualität, Sicherheit, Gelassenheit, Ruhe, Gesundheit!

Eines wird in den Felmen jedoch auch deutlich: Ein so hoher Anteil des Radverkehrs lässt sich nur mit adäquater, um nicht zu sagen hervorragender Infrastruktur für Radfahrer erreichen. Diskriminierendes Radwege-Stückwerk reicht dafür nicht aus!

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Das ist mein erster Post in der Rubrik „Dresden fahrradfreundlich?“ Und da ich mir fest vorgenommen habe, mit etwas Positivem anzufangen, kommt heute ein Beitrag zum Thema 30er Zonen.

Zone 30

Wie man hier sehen kann, ist inzwischen ein beträchtlicher Teil der Dresdner Wohngebiete durch Tempo-30-Zonen verkehrsberuhigt. Das ist zum einen umweltfreundlich und dient dem Lärmschutz, es trägt aber auch zum subjektiven Sicherheitsgefühl bei. Ein erhöhtes Sicherheitsgefühl führt zu mehr Radverkehr und dadurch automatisch auch zu einer höhreren Sicherheit der Radfahrer bei („Safety in numbers“). Darüber hinaus wird natürlich auch direkt die objektive Sicherheit der Radfahrer und auch der Fußgänger erhöht. Solche Zonen sind also eine preiswerte Möglichkeit, den Radverkehr zu fördern.

Leider ist mit 30er Zonen automatisch „rechts-vor-links“ verknüpft, sodass ausgerechnet kleinere Hauptstraßen, die durch Wohngebiete verlaufen, ausgenommen werden müssen. Das ist schade, denn gerade dort, wie z.B. auf der Dornblüthstraße und der Kretschmerstraße in Striesen würde die Sicherheit z.B. für die zahlreichen Schüler, die zu den diversen Schulen an diesen Straßen gehen, sicher deutlich erhöht werden. Am besten wäre es natürlich, wenn man abgesehen von ein paar Hauptverkehrsstraßen in der ganzen Stadt Tempo 30 verordnen würde. 30 ist genug! Allerdings ist das wohl leider kaum mehrheitsfähig 😦

Vielleicht sollte man eher in eine andere Richtung gehen und auf der einen oder anderen Nebenstraße mal Shared Space probieren? Zumindest in der Kleinstadt Bohmte hat man bisher sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Und damit wäre Dresden zur Abwechslung mal vorn dabei statt immer nur hinterherzuhecheln.

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Nur so als kurze Info. Ich habe  Copenhagenize.com in meine Linkliste aufgenommen. Auf diesen Blog bin ich neulich gestoßen und ich finde ihn einfach toll. Dort wird wirklich gute Werbung für das Fahrrad als Alltagsverkehrsmittel gemacht mit tollen Fotos und natürlich tollen Beiträgen. Quasi mein großes (ganz offensichtlich viel zu großes) Vorbild 😉

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Nachdem Gerhard Ritscher als Verkehrsplaner in Dresden nun endlich nicht mehr im Weg steht, geht der Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) nun in die Vollen und stellt seine Vision für die Entwicklung des Dresdner Verkehrsnetzes vor.  Die strotzt nur so vor Tunneln und vierspurigen Straßen. Der „26er Ring“ soll demnach weitgehend vierspurig und an vielen Stellen auch kreuzungsfrei werden. Die Brücke-/Unterführungskombination am Pirnaischen Platz wird sicherlich ein Highlight mitsamt den dafür notwendigen Abbiegespuren. Dafür könnte man dann den Welterbetitel gleich noch ein zweites mal aberkennen. Auch die ausgewogenen Pläne für die Königsbrücker Str. stehen kurz davor gekippt zu werden, zugunsten einer vierspurigen Variante.

Zur Absetzung von Herrn Ritscher hat die Oberbürgermeisterin Fr. Orosz lt. ADFC in der Sächsischen Zeitung folgendes gesagt: Herr Ritscher hat Prioritäten gesetzt, die uns nicht gefallen haben. […] Zum Beispiel hat der Fahrradverkehr eine ganz wichtige Rolle gespielt. Und das war nicht immer angemessen, wie auf der St-Petersburger Straße.

Unglaublich. Da werden in Dresden nur ca. 1% aller Gelder für Verkehrsprojekte in den Ausbau der Radinfrastruktur gesteckt. Das dadurch geschaffene Stückwerk an Radwegen häufig schlechter Qualität und die systematische Benachteiligung von Radfahrern sind nur allzu evident. Das hat erstaunlicher Weise trotzdem nicht ausgereicht, um zu verhindern dass immer mehr Dresdner ihr Fahrrad als Verkehrsmittel im Alltag in der Stadt nutzen.

Aber jetzt weht hier offenbar ein anderer Wind. Jetzt endlich bekommt das Auto in Dresden den Stellenwert den es verdient! Der Kinderkram ohne ordentlich stinkenden und lauten Motor soll doch bleiben, wo der Pfeffer wächst!  Endlich hält der Fortschritt auch in unserer Stadt einzug!

Dresden braucht keinen Quasi-Autobahnring mitten in der Innenstadt! Dresden braucht weniger Autos und  mehr Fahrräder! Und das wo ich mir eigentlich vorgenommen hatte, in diesem Blog vor allem positive Beiträge zu schreiben…

…Ach so, um doch noch etwas Optimistisches zu sagen. Viele Leute haben viele Visionen. Welche davon dann tatsächlich Wirklichkeit werden, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt.

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Radwege

Hier meine äußerst subjektive, kurze und unvollständige Liste der Vor- und Nachteile von Radwegen:

Vorteile:

  • viele Leute fühlen sich sicherer auf Radwegen –> mehr Leute fahren Rad
  • die Autos haben weniger Platz
  • man steht nicht im Stau
  • man kann nicht abgedrängt werden
  • man wird seltener von aggressiven Autofahrern beschimpft
  • auf gut angelegten Radwegen hat man mehr Platz und kann entspannter fahren

Nachteile:

  • viel reifentötender Dreck (läßt sich ändern)
  • im Winter häufig nicht geräumt oder gar mit dem Straßenschneematsch zugeschüttet (läßt sich ebenfalls ändern)
  • man wird an Einmündungen, Einfahrten und von Rechts- und Linksabbiegern schnell übersehen
  • Autofahrer werden von Radfahrern entwöhnt –> weniger Rücksichtnahme
  • Radwege sind häufig ungünstig angelegt, enden plötzlich oder queren die Straße. Das kostet im günstigsten Fall Zeit und ist im häufigeren ungünstigen Fall gefährlich
  • Gefährdung von Fußgängern durch schlechte Führung oder schlechte Markierung

Hmm, was spricht jetzt eigentlich für eine Radwegbenutzungspflicht? Und was fehlt in meiner Argumentesammlung?

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Die achte Ausgabe der Fahrradzukunft ist kürzlich erschienen. Das Thema Fahrrad und Familie finde ich ja äußerst spannend, da ich sowohl Fahrrad als auch Familie habe. Was insbesondere Tadej Brezina und Ulrike Brocza daraus gemacht haben in ihrem Artikel “ Bringt Familienleben ohne Auto weniger Lebensqualität?“ war dann allerdings ziemlich enttäuschend. Jede Menge mehr oder weniger nachvollziehbarer Zahlensalat gekleidet in nicht gerade spannendes Ingenieurssprech sind nicht gerade das, was man hinter solch einer Überschrift vermutet hätte. Vielleicht mache ich es ja mal besser… wobei, bei mir weiß man nie. Auf so lustige Wörter, wie „Mobilitätslogistik“ und „Rückfallebenen“, die auch noch in zwei Stufen eingeteilt werden, hätte ich in einem Artikel über Lebensqualität jedenfalls gern verzichtet.
Den Artikel über das Hase Pino als Erwachsenen-Kindertandem fand ich schon besser. Und bei der Babyschale VORN! am Fahrrad auf Höhe des Lenkers habe ich die Kommentarfunktion doch sehr vermisst.

Man fragt sich sowieso, wieso die Fahrradzukunft in solch einem merkwürdigen Format herausgegeben wird. Ich finde, entweder gedruckt, dann kann man sie gemütlich zu Hause auf dem Sofa lesen, oder Internetkompatibel, und das heißt heutzutage meist Blog oder etwas Verwandtes. Dass man Artikel nicht direkt kommentieren kann, finde ich zumindest nicht wirklich angemessen. Ganz abgesehen davon wirkt das Grau der Seite irgendwie dröge und vermittelt doch eine Menge vom asketischen, entbehrungsreichen Lebensstil, dem Radfahrer im Allgemeinen fröhnen. Allerdings könnte einem beim Betrachten des Impressums auch der Verdacht kommen, dass es sich hier um eine neue Form der Boruttisierung handelt. 🙂

Zumindest die Zukunft des Internets ist das wohl nicht. Ob die Fahradzukunft die Zukunft des Fahrrads beschreibt? Das kommt sicher auf den Artikel an. Das Hase Pino ist ein tolles Konzept, was sicher eine weitere Verbreitung verdient hätte. Bei anderen Ideen habe ich da so meine Zweifel.

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