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Posts Tagged ‘Stadtplanung’

Das ist mein erster Post in der Rubrik „Dresden fahrradfreundlich?“ Und da ich mir fest vorgenommen habe, mit etwas Positivem anzufangen, kommt heute ein Beitrag zum Thema 30er Zonen.

Zone 30

Wie man hier sehen kann, ist inzwischen ein beträchtlicher Teil der Dresdner Wohngebiete durch Tempo-30-Zonen verkehrsberuhigt. Das ist zum einen umweltfreundlich und dient dem Lärmschutz, es trägt aber auch zum subjektiven Sicherheitsgefühl bei. Ein erhöhtes Sicherheitsgefühl führt zu mehr Radverkehr und dadurch automatisch auch zu einer höhreren Sicherheit der Radfahrer bei („Safety in numbers“). Darüber hinaus wird natürlich auch direkt die objektive Sicherheit der Radfahrer und auch der Fußgänger erhöht. Solche Zonen sind also eine preiswerte Möglichkeit, den Radverkehr zu fördern.

Leider ist mit 30er Zonen automatisch „rechts-vor-links“ verknüpft, sodass ausgerechnet kleinere Hauptstraßen, die durch Wohngebiete verlaufen, ausgenommen werden müssen. Das ist schade, denn gerade dort, wie z.B. auf der Dornblüthstraße und der Kretschmerstraße in Striesen würde die Sicherheit z.B. für die zahlreichen Schüler, die zu den diversen Schulen an diesen Straßen gehen, sicher deutlich erhöht werden. Am besten wäre es natürlich, wenn man abgesehen von ein paar Hauptverkehrsstraßen in der ganzen Stadt Tempo 30 verordnen würde. 30 ist genug! Allerdings ist das wohl leider kaum mehrheitsfähig 😦

Vielleicht sollte man eher in eine andere Richtung gehen und auf der einen oder anderen Nebenstraße mal Shared Space probieren? Zumindest in der Kleinstadt Bohmte hat man bisher sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Und damit wäre Dresden zur Abwechslung mal vorn dabei statt immer nur hinterherzuhecheln.

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Hier ein paar kurze Anmerkungen, quasi aus der Hüfte geschossen.

Die Lage bezüglich des Ausbaus der Königsbrücker Straße bleibt weiterhin unübersichtlich. Mein letzter Eintrag war also, wie bereits befürchtet werden musste, doch etwas verfrüht.

Eine weitere Meldung macht zur Abwechslung mal etwas Mut bezüglich des Ausbaus der Fahrradinfrastruktur in Dresden: Dresden soll fahrradfreundlicher werden. Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber ich fürchte, dass es bei dem Versprechen, mehr für den Fahrradverkehr in Dresden zu tun, bleiben wird. Zu wenig hat sich hier in den letzten Jahren getan, als dass ich darin jetzt plötzlich die große Wende erkennen könnte. Und trotzdem, es ist ein Schritt. Man wird sehen, was sich tatsächlich verbessert. Ich bin ja kein Miesmacher. Nein, eigentlich bin ich sogar ein richtiger Optimist.

Ich persönlich sehe in Dresden überall einen riesigen Nachholbedarf und habe vor, in nächster Zeit eine ganze Reihe von Beiträgen zu verfassen, in denen ich die positiven und die negativen Seiten des Radlerlebens in Dresden aus meiner persönlichen Sicht beleuchten will.

Anderswo ist man weit kreativer, was die Förderung und auch die Werbung für den Radverkehr angeht.
Mikael von Copenhagenize macht z.B. auf Mexico City aufmerksam, dass jeden Sonntag einen großen innerstädtischen Boulevard für Autofahrer sperrt. Die Straße gehört dann ganz den Fahhradfahrern. Das ist zwar für die tägliche Fahrt zur Arbeit uninteressant, macht aber massiv Werbung für Fahrräder als Verkehrsmittel.
Ich finde das super, könnte man doch mit der Wilsdruffer auch machen, oder noch besser gleich mit dem ganzen 26er Ring. Nur Sonntags. Aber ich fürchte, Dresden ist dafür einfach zu konservativ. Da müsste man ja was riskieren, z.B. zwei drei Wählerstimmen…

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Es hat den Anschein, als ob sich die Proteste gegen den vierpsurigen Ausbau der Königsbrücker Straße doch gelohnt haben. Laut Sächsischer Zeitung soll nun doch die zweispurige Variante zur Genehmigung eingereicht werden.
Hoffentlich bleibt es dabei. Es wäre ein seltener Sieg der Vernunft – und der Radfahrer.

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Am Freitag habe ich erstmals an der Fahrraddemo für einen fahrradfreundlichen Ausbau der Königsbrücker Str. teilgenommen:

Wir waren zwar nur ein kleiner Haufen von reichlich 40 Teilnehmern, haben aber trotzdem einen ordentlichen Stau verursacht. Hoffentlich hilft es was. Noch steht der Beschluss, die Königsbrücker nur zweispurig, dafür aber mit Platz für Fahrräder auszubauen. Allerdings wird heftig daran gesägt. Vier Spuren sind doch für alle besser, oder???
Dss wichtigste zum Schluss: Die Fahrraddemo beginnt immer Freitags 17:00Uhr an der Schauburg.

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Nachdem Gerhard Ritscher als Verkehrsplaner in Dresden nun endlich nicht mehr im Weg steht, geht der Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) nun in die Vollen und stellt seine Vision für die Entwicklung des Dresdner Verkehrsnetzes vor.  Die strotzt nur so vor Tunneln und vierspurigen Straßen. Der „26er Ring“ soll demnach weitgehend vierspurig und an vielen Stellen auch kreuzungsfrei werden. Die Brücke-/Unterführungskombination am Pirnaischen Platz wird sicherlich ein Highlight mitsamt den dafür notwendigen Abbiegespuren. Dafür könnte man dann den Welterbetitel gleich noch ein zweites mal aberkennen. Auch die ausgewogenen Pläne für die Königsbrücker Str. stehen kurz davor gekippt zu werden, zugunsten einer vierspurigen Variante.

Zur Absetzung von Herrn Ritscher hat die Oberbürgermeisterin Fr. Orosz lt. ADFC in der Sächsischen Zeitung folgendes gesagt: Herr Ritscher hat Prioritäten gesetzt, die uns nicht gefallen haben. […] Zum Beispiel hat der Fahrradverkehr eine ganz wichtige Rolle gespielt. Und das war nicht immer angemessen, wie auf der St-Petersburger Straße.

Unglaublich. Da werden in Dresden nur ca. 1% aller Gelder für Verkehrsprojekte in den Ausbau der Radinfrastruktur gesteckt. Das dadurch geschaffene Stückwerk an Radwegen häufig schlechter Qualität und die systematische Benachteiligung von Radfahrern sind nur allzu evident. Das hat erstaunlicher Weise trotzdem nicht ausgereicht, um zu verhindern dass immer mehr Dresdner ihr Fahrrad als Verkehrsmittel im Alltag in der Stadt nutzen.

Aber jetzt weht hier offenbar ein anderer Wind. Jetzt endlich bekommt das Auto in Dresden den Stellenwert den es verdient! Der Kinderkram ohne ordentlich stinkenden und lauten Motor soll doch bleiben, wo der Pfeffer wächst!  Endlich hält der Fortschritt auch in unserer Stadt einzug!

Dresden braucht keinen Quasi-Autobahnring mitten in der Innenstadt! Dresden braucht weniger Autos und  mehr Fahrräder! Und das wo ich mir eigentlich vorgenommen hatte, in diesem Blog vor allem positive Beiträge zu schreiben…

…Ach so, um doch noch etwas Optimistisches zu sagen. Viele Leute haben viele Visionen. Welche davon dann tatsächlich Wirklichkeit werden, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt.

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